Vernunftzentrum

Die Lernplattformen der Schulen sind überlastet. Der Ruf nach mehr Kapazität ist laut.

Ich baue jetzt seit vielen Jahren Infrastruktur und hab einen Tipp: Nicht alle gleichzeitig! Peak Leistung ist teuer und Aufwendig. Verteilt den Start über 2 oder 3 Stunden, das ist Steuerbar.

Probleme kaskadieren in dieser Größe, wenn man aber die Spitze kappt, passiert das nicht mehr. Dann ist es vielleicht langsam, für einen Moment, aber es geht noch. Alleine 15 Minuten unterschied zwischen den Bundesländern würde hier vermutlich schon viel bringen.

@leah So ist es. Wie bringen wir das jetzt den Bildungsminister:innen schonend bei?

Alternativ tut es auch wenn das jede Schule für sich machen würde. Aber wenn zig Hunderttausend oder Millionen Schüllerinnen und Lehrerinnen zeitgleich um 8 Uhr zugreifen wollen, das ist nicht realistisch. In der IT gibt es da einen Fachbegriff für DDoS 😉

@leah ich verstehe es nicht warum man nicht einfach eine Nextcloud-Instanz mit Jitsi hostet...

@koyu auch das skaliert nicht beliebig und muss von jemandem betrieben werden. Das Tool ist für diesen Punkt absolut egal.

Ach ja und für diese Fragestellung ist es fast irrelevant welches Tool genau jetzt benutzt wird. Nur um der Diskussion vorzubeugen.

@leah Ich verstehe nicht warum sie das nicht weiter aufdröseln und auf eigenständige Rechenzentren verteilen. Zumindest pro Schulbezirk. Sollte das die peaks in der Wucht nicht auch schon reduzieren?

Ich verstehe nicht wieso sich alle Schüler eines Bundeslandes an der selben login page vorbeischlängeln müssen z.B....

@ckeen weil du die RZs brauchst die es nicht unbedingt gibt, weil du Personal brauchst etc. etc. ob ich 10/20/100/1000 Server betreibe macht viel weniger unterschied als wenn ich in jedem Kaff von vorne anfangen muss.

@leah Das kann ja durchaus zentral verwaltet werden momentan sieht es aber so aus, das es auch nur zentrale Einstiegspunkte auf die Platform gibt...

@ckeen ich muss dich enttäuschen, so leicht wie das klingt ist das nicht. Vor allem geht so was nicht schnell.

@leah Das glaub ich gerne. Die Platform in Bayern gibt es nur schon seit 2014 und spätestens seit April war Zeit sich auf die nächste homeschooling Phase vorzubereiten...

Aber ich mag auch nicht, dich in eine Position bringen um ein kaputtes Konzept zu verteidigen.

Ich sehe auch das es viel Arbeit ist und die Betreibenden Menschen werden jetzt gerade auch garantiert nicht Däumchen drehen und zugucken.

Danke für Deine Einschätzungen!
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@ckeen das Problem ist auch das im staatlichen Bereich viele Dinge nicht so leicht und schnell umzusetzen sind wie es ein privates Unternehmen könnte.

@leah @ckeen
Und es wird noch eine Generation brauchen, bis sich in Behörden ein Verständnis dafür entwickelt.

Jedesmal, wenn ich mit IT-Beauftragten in Schulen/Behörden spreche muss ich da ganz von vorne anfangen und erklären, warum was geht und was nicht.
Und warum das nicht von heute auf Morgen geht (es kommen immer noch leute die JETZT! ganz plötzlich ne Videokonferenzlösung bis gestern brauchen).

@leah Vorsicht, das heißt letztlich die Probleme an der Infrastruktur auf die Anwender abzuwälzen.
Da kommt dann ganz schnell wieder "Aber bei $irgendwas ist sowas selbstverständlich..."

@elfrinjo nein...ich wälze nichts ab, ich bin nur realistisch. Und wenn dann Kritik von Menschen kommt die das nicht verstehen, muss man es eben erklären.

@ckeen @leah Wisst ihr was viel Arbeit ist? Sich ständig mit Softwareproblemen herum zu schlagen, die nur aufgrund irgendwelchen software license enforcement drm kack existieren. Schülern erklären wie sie Software X auch am eigenen PC nutzen könnten (und sich im Zweifelsfall strafbar machen) und zum X-ten mal den License Server Debuggen.
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@ckeen @leah Würde man den selben Aufwand bereits for Jahren in das betreiben und Pflegen eines Deutschland oder sogar Europaweiten softwareropositories stecken, wären die Chancen gut, dass dort bereits eine entsprechende Software liegen würde mit der man dass schnell mal für die Eigene Schule im EDV raum machen könnte, aber was rede ich da, dafür bräuchten schulen ja eine Internetanbindung die diesen Namen auch verdient.

@leah Ich verstehe dich schon aber versetze dich mal in die Anwender: Die bekommen nur mit, dass die Infrastuktur irgendwie nicht ausreicht und sie deshalb und tradierte Abläufe ändern sollen. Das fühlt sich dann wie abwäzen an.

@elfrinjo klar, aber auch das kann man Menschen erklären wenn man möchte.

@leah Klar, wenn das Gegenüber es dann hören will und nicht der WhatsApp Effekt eintritt.

@leah <ironie> Jetzt fällt uns auf die Füße, dass die Zeit in Deutschland vereinheitlicht wurde. Und wer ist schuld? Die Eisenbahnen. </ironie>

@leah kann das irgendwer dem KM klar machen? Diese Anwesenheitskontrolle um 8:00 ist ... suboptimal.

@leah
MS365 wird's richten - das ist fast so cool wie "ferumme Heimkehr aus Risikogebiet" - Eigenverantwortung ist umsatzfeindlich.

@leah das Problem ist die mangelnde Flexibilität in den Kultusministerien. Eine Bekannt (Lehrerin) sagte mir, sie darf noch nicht mal das Unterrichtsmaterial früher als 8 Uhr online stellen. Bzw. wenn es ne Unterrichtsstunde um 10 Uhr ist, dann erst um 10 Uhr. Steht ja so im Stundenplan 🤦🏻‍♂️

@leah Tja...es soll gleich morgens die Anwesenheit kontrolliert werden. Und so weit ich das von der Schule meiner Kids gehört habe, ist das eine Vorgabe des Kultusministeriums...
Kein Witz.
Hätte man mal jemanden damit gefragt, der sich damit auskennt, oder das frühzeitig getestet....

@leah ... oder endlich mehr dezentralisieren.

@liberloebi jo, aber das ist bei 32k Schulen nicht mal gerade eben machbar und leider eben auch nicht sonderlich effizient.

@leah Naja, der Vorteil wäre eben, dass z.B. pro Schule Infrastruktur existieren könnte. Dann braucht man nicht eine mega-skalierte Installation.

Aber ja, klar, wenn es dann am Schuladmin bzw. womöglich noch irgendwelchen Lehrern hängt, dass überhaupt Unterricht stattfinden kann und die IT-Sicherheit gewährleistet ist usw., dann ist das auch kritisch.
@koyu

@leah Stimme zu, Leider haben beispielweise in Berlin nur 5 von 44 Oberstufenzentren einen Breitbandanschluss 🙄

@leah In der Fachsprache der Radiojournalist*innen heißt das "Hackerattacke". 😂

@leah das ist genau das was wir in bayern gemacht haben. Aber das versteht leider die Durchschnittsbevölkerung nicht und macht sich drüber lustig weil "bei Amazon funktioniert das ja auch" wenn du da mit mehr details drüber reden willst kannst du mir gerne ne dm schreiben